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Warum Versammeln Sich Krähen Abends?

Warum Versammeln Sich Krähen Abends
Jahreszeitliches Auftreten – Die Schweiz ist auch Winterquartier für Saatkrähen aus Nordosteuropa. Die Vögel treffen im Spätherbst ein und bleiben bis im März. Diese Wintergäste halten sich in den Tieflagen des Mittellandes und der Nordwestschweiz auf.

  • Die grössten Ansammlungen von gegen 10 000 überwinternden Saatkrähen kennt man aus der klimatisch milden Gegend von Basel.
  • Die Brutbäume werden ab Dezember, zunehmend aber im Januar und Februar wieder aufgesucht.
  • Im März beginnen die Paare mit dem Nestbau.
  • Unstvoll werden dürre Zweige zu einem Nest verbaut.

Dabei fallen auch Zweige oder Kot auf den Boden. Im April werden bis zu vier Eier ausgebrütet und im Mai die Jungen aufgezogen. Wenn die Männchen die brütenden Weibchen füttern oder später beide Eltern ihrem Nachwuchs Nahrung bringen, wird es an den Kolonien laut.

  1. Die Bettelrufe der Jungen und Weibchen klingen heiser und auffordernd.
  2. Jungvögel steigen auf den Nestrand, drehen sich um und koten über den Rand des Nests.
  3. Wenn unter den Nestern Autos parkiert sind, Trottoirs vorbeiführen oder Bushaltestellen stehen, kann es jetzt zu Unannehmlichkeiten und Klagen kommen.

Ende Juni sind normalerweise die letzten Jungvögel flügge. Anschliessend streifen Jung- und Altvögel zur Nahrungssuche meist in Schwärmen und oft in Gesellschaft anderer Rabenvögel umher. Abends beziehen sie grosse gemeinschaftliche Schlafplätze. Saatkrähen halten sich in dieser Zeit tagsüber meist ausserhalb der Agglomerationen auf, neuerdings aber auch in der Nähe der Brutkolonien.

Was bedeutet es wenn Krähen sich versammeln?

Rabenvögel zeigen eine komplexe Gruppendynamik – Tatsächlich aber sind Rabenvögel, zu denen unter anderem die Krähen, Elstern, Häher, Dohlen und Raben zählen, ausgesprochen intelligente und soziale Tiere. So kamen Forscher aus Österreich und Frankreich sogar zu dem Schluss, dass die kognitiven Fähigkeiten von Kolkraben beim Umgang mit Artgenossen mit denen von Primaten vergleichbar seien.

  1. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie 2017 in der Fachzeitschrift “Scientific Reports”,
  2. Gerade im Herbst und Winter leben besonders Krähen und Dohlen gern in Gruppen und zeigen sich auch am Himmel in großen Schwärmen,
  3. Die Tiere kommen in der kalten Jahreszeit aus ihren weiter nördlich gelegenen Brutgebieten zu uns, um hier zu überwintern.

Da diese geflügelten Wintergäste häufig geballt auftreten, fallen sie meist eher auf als andere Vogelarten. Nicht nur in Feld, Wald und Flur – auch in der Stadt und in unseren Gärten leben Dutzende Vogelarten. Erkennen Sie sie? Für das gesellige Beisammensein haben die Vögel gleich mehrere gute Gründe. Zum einen haben die Tiere gelernt, dass sie gemeinsam stärker sind.

Gegen Feinde und bei Revierstreitigkeiten haben die Vögel in der Gruppe eine größere Chance, sich zu behaupten. So wurden die Vögel schon dabei beobachtet, wie sie im Team Wölfen und anderen Wildtieren die Beute abjagten. Zudem gelten Rabenvögel als sehr gesellige Tiere. Forscher konnten mithilfe von GPS-Trackern nachweisen, dass insbesondere Kolkraben-Junggesellen nicht nur zufällig an lohnenden Futterplätzen aufeinandertreffen, sondern sich regelmäßig an festen Orten zusammenfinden.

In der Gruppe entwickelt sich eine Hierarchie, es bilden sich Allianzen und bisweilen sogar Freundschaften, aber auch Meinungsverschiedenheiten werden lautstark ausgetragen. Die sozialen Vögel entwickeln dabei eine solche Gruppendynamik, die der des Menschen gar nicht so unähnlich ist.

Warum kreisen Krähen Abends?

Nächtliches Spektakel Das Spektakel beginnt mit Einbruch der Dämmerung. Dann fliegen hunderte Saatkrähen in Schwärmen zu ihren Schlafplätzen. In größeren Parkanlagen wie etwa in Augsburg lässt sich das Schauspiel im Spätherbst und Winter beobachten. Von Dorothea Schuster – Laut krächzend toben die schwarzen Vögel wieder allabendlich durch die Lüfte.

Das Spektakel mit abenteuerlichen Flugspielen beginnt mit Einbruch der Dämmerung und kann bis zu einer halben Stunde dauern. Zwischendurch Stille. Die Saatkrähen haben sich in hohen Bäumen niedergelassen. Plötzlich beginnt das Geschrei von Neuem. Hunderte Vögel fliegen auf und kreisen in Schwärmen am Abendhimmel.

Sie sammeln sich, um wie auf Kommando gemeinsam zu ihren Schlafplätzen zu fliegen. In größeren Parkanlagen wie etwa in Augsburg lässt sich das Schauspiel im Spätherbst und Winter beobachten. Der Ornithologe Anton Burnhauser von der Naturschutzabteilung der Regierung von Schwaben in Augsburg ist immer wieder fasziniert von den akrobatischen Flugmanövern der Saatkrähen.

So manchem allerdings ist das Geschrei unheimlich. Nicht von ungefähr waren die Krähen in früheren Zeiten als Totenvögel verschrien. Und heute ärgert sich so mancher, wenn die Vögel ihre Spuren auf dem frisch gewaschenen Auto hinterlassen. Kritischer ist es, das weiß Burnhauser nur zu gut, wenn sich Brutkolonien in städtischen Parks in unmittelbarer Nähe von Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder Friedhöfen angesiedelt haben.

Weil sie in ländlichen Bereichen vom Menschen verfolgt wurden, sind die Saatkrähen vor gut 20 Jahren zunehmend auf Städte ausgewichen. Seither sind die Naturschutzbehörden mit einem Problem konfrontiert. Es geht um Lärm und Dreck. Die Saatkrähe ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt und steht in Bayern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Nach einer Erhebung des Landesbund für Vogelschutz leben in Schwaben zwei Drittel des Brutbestands. Die wichtigsten Lebensräume sind die wiesen- und weidenreichen Flussauen von Mindel, Lech und Wertach. Entsprechend ballen sich die Konflikte in den Kreisen Unterallgäu und Augsburg. Betroffene Kommunen sind in erster Linie Augsburg und Meitingen im Norden, Buchloe, Kaufbeuren, Memmingen und Mindelheim im Süden.

Die Saatkrähen, die jetzt im Herbst morgens und abends ihre Flugmanöver vollführen, sind im Übrigen keine Brutvögel, sondern Wintergäste aus Ost- und Nord-Ost-Europa – den baltischen Staaten bis nach Russland. Im September ist Ruhe am Himmel. Die heimischen Saatkrähen sind ins Winterquartier “abgereist”.

Erst im Oktober treffen die Artgenossen aus dem Norden ein. Dass es immer wieder Probleme mit den Saatkrähen gibt, das wollen auch die Naturschützer nicht verhehlen. Es sind nicht nur der Lärm und der Dreck. Mit den Landwirten haben es sich die Vögel auch verdorben. Denn sie picken die auskeimende Saat vom Feld.

Burnhauser ist es ein Anliegen, “Werbung für die zu unrecht ungeliebten Vögel zu machen”. Oberstes Gebot sei es, die Brutkolonien in ihrem Bestand zu erhalten. Die Betroffenen müssten sich mit den Vögeln arrangieren und Kompromisse finden. Kompromiss, das kann heißen, einen anderen Platz für eine “gefährdete” Parkbank zu suchen und bestimmt Bereiche horstfrei zu halten.

Dazu gehört Mut, Bäume so auszuschneiden, dass die Krähen keine Astgabel finden, wo sie Nester bauen können. Oder am Friedhof einzelne Bäume zu fällen und dafür junge zu pflanzen. Den Landwirten rät Burnhauser, Saatgut mit zugelassenen vergällenden Mitteln zu behandeln, sodass die Keimlinge der Saatkrähe nicht mehr schmecken.

: Nächtliches Spektakel

Was bedeutet es wenn viele Krähen schreien?

Sie wägen ab, ob sich ein Hilferuf lohnt oder nicht, und passen ihn an das Publikum an. – Wenn Raben von einem dominanten oder ranghöheren Artgenossen attackiert werden, setzen sie einen defensiven Ruf ab. Dabei entscheidend: Sind das Partnertier oder Verwandte in der Nähe, rufen sie häufiger. Warum Versammeln Sich Krähen Abends Unterwürfig versucht der schwächere Rabe, die drei dominanten Artgenossen zu beschwichtigen. Quelle: Georgine Szipl/Universität Wien Die Raben wissen also über das soziale Gefüge und die Beziehungen ihrer Artgenossen um sich herum Bescheid. Eine reife Leistung und Zeichen von enormer sozialer Intelligenz, in einem Getümmel von rund 100 Vögeln nicht nur den Überblick zu behalten, sondern auch noch richtig einzuschätzen, ob Freund oder Feind. Warum Versammeln Sich Krähen Abends An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen,

Warum sammeln sich Raben am Abend?

Vogelkundler umzingeln Gießen: Krähen überfallen Gießen – Ende Oktober stehen Mitglieder der HGON in den Abendstunden mit Stift und Papier in einem Feld neben dem Bürgerhaus in Kleinlinden. Ihr Blick ist auf den Himmel gerichtet. »Wir zählen, wie viele Rabenkrähen und Dohlen nach Gießen fliegen«, erklärt Korn.

  1. Beide Vogelarten gehören der Familie der Rabenvögel an; lateinisch »Corvidae«.
  2. Ihre Gemeinsamkeiten: schwarzes Gefieder, schwarze Beine und schwarzer Schnabel.
  3. Die Dohle ist mit durchschnittlich 35 Zentimetern Körperlänge kleiner als die Rabenkrähe; die wird bis zu 45 Zentimeter groß.
  4. »Früher konnte man auch noch Saatkrähen beobachten.« Wegen des Klimawandels fliegen sie zum Überwintern aber nicht mehr so weit nach Westen.

Die Vogelkundler der HGON haben das Stadtgebiet an acht Punkten umzingelt. Indem sie die Einflugschneisen überwachen, versuchen sie, möglichst viele Tiere zu zählen. Den Tag verbringen die Vögel nämlich in ihren Nahrungsgebieten im Umland auf der Suche nach Essbarem.

»Abends treffen sich die Krähen und Dohlen dann und fliegen in einem Pulk zu ihren Schlafplätzen in der Stadt.« Diese Treffpunkte nennen die Vogelkundler Vorsammelplätze. »Sie sind zum Beispiel in der Lahn- oder der Wieseckaue.« Die Rabenkrähen, die sich dort versammeln, seien hier heimisch. Die Dohle stamme aus einem größeren Einzugsgebiet; in Gießen brüten nur sehr wenige.

Die meisten kommen nur zum Überwintern hierher. Aber warum fliegen die Vögel – nur im Winter – abends vom Umland in die Stadt? Die Erklärung hat mit der Temperatur zu tun: »Weil es in den Wintermonaten in der Stadt einfach wärmer ist.«

Wann versammeln sich Krähen?

Krähenzug über der Stadt Schlafplätze am Weserwehr und im Stadtwald Innerhalb von wenigen Minuten versammeln sich hunderte von Krähen laut krächzend abends auf Bäumen. Im Herbst kommen sie zu gemeinsamen Schlafplätzen zusammen – dieses plötzliche Auftreten der schwarzen Vögel bietet ein Naturschauspiel, das Menschen schon immer beeindruckt hat. Oberhalb des Weserwehrs in Bremen, aber auch im Stadtwald an mehreren Stellen oder dem Huckelrieder Friedhof versammeln sich auf hohen Bäumen gemischte Schwärme aus Rabenkrähe (Corvus corone corone) und Saatkrähe (Corvus frugilegus), zu denen sich oft auch die kleineren Dohlen (Corvus monedula) gesellen. Alle drei Arten gehören zur Gruppe der Rabenvögel, zu denen zum Beispiel auch Elster und Eichelhäher zählen. Doch nur die drei dunkel gefärbten Arten versammeln sich abends zum gemeinsamen Schlaf. Bis zu 100.000 Tiere können sich an einem Schlafplatz versammeln, der tradiert und jahrzehntelang beibehalten wird. Zuzügler aus Ost- und Nordeuropa Allerdings kommt im Herbst auch reichlich Bewegung in die Populationen: Im Oktober wird der Bestand an Saatkrähen, die in Bremen siedeln, um ost- und nordeuropäische Zuzügler bereichert. Den ganzen Winter über bleiben diese gemischten Populationen nachts in den großen Schlafkolonien zusammen. In der Morgendämmerung verstreuen sie sich wieder zur Nahrungssuche in der Landschaft, um sich gegen Sonnenuntergang in zunächst kleineren Trupps erneut zu sammeln. Alle drei Arten leben monogam Auch wenn Raben-, Saatkrähen und Dohlen im Herbst sich an den Schlafplätzen mischen, unterscheiden sie sich doch in ihrem Sozialverhalten: Die Saatkrähe ist ein durch und durch sozial lebender Vogel, der stets scharenweise auftritt. Stets gesellig bleibt auch die Dohle, wobei innerhalb der Schwärme die Paare zusammenbleiben. Dagegen separieren sich die Rabenkrähen zur Brutzeit etwa ab März, wobei die noch nicht brütenden Jungvögel weiterhin in Gruppen zusammen bleiben –so genannte Nichtbrüter-Schwärme aus lauter Jugendlichen. Eines jedoch haben alle drei Arten gemeinsam: Sie leben in strikter Monogamie, in einer Ehe, die in der Regel ein ganzes Leben lang hält. Das Stochern von Krähen in Abfällen mag manchmal etwas unappetitlich wirken. Dabei sollte man aber nicht vergessen: Krähen sind wirksame Beseitiger von Aas und erfüllen damit eine wichtige ökologische Funktion. Der Krähenbaum, Caspar David Friedrich Rabenkrähe (Corvus corone corone), Foto: Dieter Klimpt << zurück zur Gesamtübersicht der Bremer Naturerlebnisse : Krähenzug über der Stadt

Welcher Vögel steht für den Tod?

Der Uhu war in früheren Zeiten nicht sehr beliebt – Gern gesehen wurde die größte bei uns vorkommende Eule früher nicht. Wegen seiner nächtlichen Lebensweise galt der Uhu als Vogel der Unterwelt, als Trauer- und Totenvogel. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. Uhu – Foto: NABU/Klemens Karkow Den Uhu kennt jeder, zumindest aus dem Kinderlied “Die Vogelhochzeit”: “Der Uhu, der Uhu, der macht die Fensterläden zu.” Aber kaum jemand hat ihn je in freier Natur gesehen oder gehört. In welchem Umfang er in der Vergangenheit vorkam, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Zur Zeit vergrößert sich sein Bestand aber wieder, eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes nach Jahrhunderten der Verfolgung, die vielerorts mit der Ausrottung endete. In Niedersachsen wurde das Weibchen des letzten Uhupaares 1937 bei Osterode im Harz geschossen, das dazu gehörige Männchen lebte noch bis 1965.

Gern gesehen wurde die größte bei uns vorkommende Eule früher nicht. Wegen seiner nächtlichen Lebensweise galt der Uhu als Vogel der Unterwelt, als Trauer- und Totenvogel. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. So bei den abergläubischen und von der Vogelschau überzeugten Römern, bei denen mehrmals, nachdem sich ein Uhu gezeigt hatte, die Stadt entsühnt werden musste.

Diese Einschätzung kommt auch im vierten Buch von Vergils “Aeneis” zum Ausdruck, an der Stelle, wo die karthagische Königin Dido von Aeneas verlassen wird und sich zum Selbstmord entschließt: “Allein auf dem First des Tempels sitzend singt ein Uhu immer wieder sein Totenlied und stößt lange, weinende Rufe aus.” Zur Strafe Umwandlung in einen Uhu Und Ovid erzählt im fünften Buch seiner Metamorphosen, wie der Frevler Ascalaphus zur Strafe in einen Uhu verwandelt wird: “Da seufzte die Königin des Erebus, verwandelte den Zeugen in einen unheiligen Vogel, besprengte ihm das Haupt mit Wasser vom Phlegeton und versah es mit einem Schnabel, Flaumfedern und großen Augen.

Er verliert sein Wesen, wird in gelbbraune Flügel gehüllt, schwillt am Kopf an, die Nägel wachsen in die Länge und biegen sich zurück; kaum kann er die Federn, die ihm an den untätigen Augen wuchsen, bewegen. So wird er ein hässlicher Vogel, der Vorbote künftiger Trauer, der scheue Uhu, ein böses Vorzeichen für die Sterblichen.” Uhu – Foto: Klemens Karkow Des Uhus in einsamer Nacht unheimlich klingender, in seinem Namen nachgebildeter Ruf soll der Auslöser für die Sage von dem wilden Jäger und dem wilden Heer gewesen sein. Aber auch rationalere Gründe gab es, dem diesjährigen Jahresvogel gram zu sein: Man hielt ihn, wie der Vater der deutschen Ornithologie, Friedrich Naumann, berichtet, für einen großen Jagdschädling.

  1. Junge Rehe und sogar Hirschkälber würden ihm zum Opfer fallen.
  2. Eine unglaubliche Menge” von Hasen, Rebhühnern und anderem nutzbarem Wildbret schleppe das Männchen zur Versorgung des Weibchens und der Jungen herbei.
  3. Alfred Brehm berichtet von einem Bauern, der von den um einen Uhuhorst herumliegenden Fleischresten seine Familie wochenlang ernähren konnte.

Deswegen wurde seine Verfolgung auch vom Staat gefördert: In manchen Ländern gab es nach Naumann 12 bis 16 Groschen für ein Paar abgelieferte Fänge. Uhus als Lockvögel für die Krähenjagd Darüber hinaus konnte ein Jäger einen lebenden Uhu ganz gut für die Jagd auf andere Vögel brauchen, insbesondere auf Krähen.

Diese nämlich “hassen” den Uhu “von ganzem Herzen”, und wenn er am Tag von ihnen erblickt wird, ist er Aggressionen und Angriffen ausgesetzt. Jäger setzten ihn deswegen auf einen Pflock und bauten in der Nähe eine “Krähenhütte”, eine in die Erde eingegrabene Tarnvorrichtung, von der aus sie dann auf die Vögel schießen konnten, die zur Bekämpfung des Uhus herankamen.

Dabei war es wichtig, den Uhu selbst sehen zu können, denn an seinen “Gebehrden und Posituren” (Naumann) konnte man schon erkennen, ob Greifvögel oder Krähen im Anzug waren. Wie so etwas vonstatten ging, beschreibt der Journalist, Schriftsteller und Dichter Hermann Löns um 1900 in sehr schön in zwei Erzählungen: in “In der Krähenhütte” aus dem Sammelband “Mein grünes Buch” und in “Vor dem Uhu” aus “Ho Rüd”hoh”.

  • Als Vögel, die sich zum Hassen auf den Uhu einfanden, nennt Löns den Turmfalken, den Raubwürger, den Roten Milan, den Mäusebussard, den Eichelhäher und den Habicht, schließlich und in erster Linie Krähen, die eigentlichen Ziele der Unternehmung.
  • Löns hatte eine solche Hütte, ein geräumiges, überdachtes Erdloch, in der Nähe des Steinhuder Meers.

Bei den von ihm geschilderten Ansitzen fielen seinem Gewehr außer den Krähen auch Habichte zum Opfer. Woher er den Uhu hatte, den er vertraulich “Hans” nannte, erfahren wir leider nicht. Für diesen Zweck der Krähenjagd benutzte man in aller Regel aus dem Nest geholte Junguhus, weil diese leichter an das Ausgestelltwerden zu gewöhnen waren.

  1. Von dieser Methode stammt auch die Redewendung “der Uhu auf der Krähenhütte sein”, was bedeutet, sich in exponierter Stellung zu befinden und von allen Seiten angegriffen zu werden.
  2. Reichskanzler Bismarck gebrauchte den Ausdruck einmal von sich selbst, als er sich in Bedrängnis befand.
  3. Dabei war die Aushorstung der Uhujungen nicht immer einfach, sie wurden teilweise unter Lebensgefahr “aus den Spalten schroffer Felsen und alten Gemäuers” (Naumann) herausgeholt.

Wenn man dabei “Stangen und Krätzer” (Zedlers Universallexikon von 1732) benutzen konnte, war es etwas einfacher. Eiersammler und Abschussprämien für Uhus Dass bei dieser Art von Verfolgung der Bestand des mächtigen Vogels nicht unbeeinträchtigt bleiben würde, hat schon Naumann 1818 vorausgesehen: “Dies ansehnliche Schießgeld und der hohe Preis, in welchem die Jungen stehen, sind auch die Ursache, dass die Anzahl der Uhus von Jahr zu Jahr vermindert wird, so dass wir sie in Deutschland bald unter die seltenen Vögel werden rechnen müssen.” Für einen Junguhu bekam man nämlich in der Heimat Naumanns, in der Umgebung Köthens (Sachsen-Anhalt), den stolzen Preis von zehn Reichstalern.

Im Schwäbischen bekam man 20 bis 30 Mark für ein Tier. Der “Vogelhans” von Lauffen an der Eyach war ein bekannter Uhulieferant. Einen schwunghaften Handel mit Uhus betrieb in Ulm der “Uhuschaible”. Und die Tierfirma Mohr verkaufte im Jahr 1914 nicht weniger als 83 Uhujunge in alle Welt. Dazu kamen die Eiersammler, denen es nicht nur um den Erwerb seltener Vogeleier ging, sondern viel trivialer auch um das Essen.

Uhueier sind durchschnittlich sechs auf fünf Zentimeter groß. Ein Hauptlehrer namens Brodersen berichtet aus der Gegend von Urach: “Viele Fremde kamen und fragten in der Gegend nach den Nestern des Schuhu. Sie und Einheimische gingen in die Schuhueier.” Der Lammwirt von Bietenhausen hat nach eigenen Aussagen in den 1880er Jahren öfter ein in der Nähe gelegenes Uhunest geplündert und die Eier in seiner Küche zubereitet.

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Uhu-Gedichte von Brentano bis James Krüss Auf frühere Häufigkeit deutet auch die Selbstverständlichkeit hin, mit der der Uhu in volkstümlichen Texten erwähnt wird, wenn davon vielleicht auch ein Teil seinem markanten Namen mit der doppelten Nennung des dunkelsten Vokals unserer Sprache geschuldet wird.

Einige Beispiele seien hier zum Schluss aufgeführt. In der in Heidelberg zusammengestellten Volksliedsammlung “Des Knaben Wunderhorn” von Achim von Arnim und Clemens Brentano findet sich ein Gedichtzyklus, in dem zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Vogel mit der entsprechenden Initiale aufgeführt wird, und zum U eben der Uhu: “Der Uhu sieht gar ernsthaft aus, als hätt er hoch studiert, Geht nicht aus seiner Höl heraus, bis Nacht und finster wird, All Dunkelheit ist ihm ganz hell, doch sieht er nichts bei Tag, Drum ist er auch ein solch Gesell, den nie kein Vogel mag.” Und der Dichter der deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben, hat für seine “Kinderlieder” auch ein Uhugedicht gemacht: Warum fliegt doch der Uhu in finsterer Nacht? Ich möchte wohl wissen, was dann er noch macht? Er könnte wie andere Leute ja ruhn, Er fände bei Tage genug auch zu thun.

»Wie ein Dieb muß ich leben in finsterer Nacht, Dann geh’ ich mit Frau und mit Kind auf die Jagd. Des Tages erlaubt es die Sonne ja nicht, Drum scheuen der Dieb und der Uhu das Licht.« Verliebtheit in das U war auch das Motiv von James Krüss, der gern mit Lauten spielte, über den Uhu (und über die Unken und den Marabu) ein Gedicht zu machen: Der Uhu und die Unken Ein u-Gedicht Sieben dumme Unken munkeln: Unke punke u ru ru, In dem Brunnen, in dem dunkeln, Sitzt ein schwarzer Marabu.

Uhu Schuhu hört sie munkeln, Unke punke u ru ru, Und lugt runter in den dunkeln Brunnen mit den Augen gluh. Doch nach einer Viertelstunde, Unke punke u ru ru, Brummt er: Auf dem Brunnengrunde Ist kein schwarzer Marabu. Nur die runden Brunnensteine, Unke punke u ru ru, Malen in dem fahlen Scheine Schatten wie ein Marabu! Klatsch und Tratsch und Unkenmunkeln, Unke punke u ru ru, Wuchern immer nur im Dunkeln. Uhu in Pflegestation – Foto: NABU/Svetlana Laptiva Den Naturwissenschaftlern der Antike, Aristoteles und Plinius, war der Uhu wohlbekannt. Plinius setzt sich mit seiner Unheil bringenden Wirkung auseinander und weist aufklärerisch darauf hin, dass sich ein Uhu schon mehrfach auf Häusern niedergelassen habe, ohne dass dann darin jemand gestorben sei.

  • Die in den Jahren 1347 bis 1350 entstandene erste deutschsprachige Naturgeschichte des Konrad von Megenberg – Friedrich II.
  • Und Albertus Magnus schrieben in Latein – gibt den konkreten Beobachtungen eine spirituelle Bedeutung.
  • Onrad wusste von dem Aufenthaltsort des Uhus in Kirchen, die der Nachtvogel durch seinen Kot verschmutze.

Dadurch wurde er für ihn zum Sinnbild von Geistlichen, die fette Pfründe von ihren Kirchen haben, diese aber mit ihren Sünden verunreinigen. Uhu-Herzen als Zaubermittel Auch andere Wirkungen des Uhus kannte Konrad. So berichtet er von der Zauberwirkung des Uhuherzens: Wenn man es einer schlafenden Frau an die linke Seite lege, dann sage sie alles, was sie getan habe.

  1. Sein Mark, auf trübe oder blinde Augen gestrichen, mache diese wieder sehend.
  2. Andere schreiben diese Wirkung den zu Asche verbrannten Uhuaugen zu.
  3. Und der islamische Denker und Arzt Avicenna (980-1037) spricht dem Uhufleisch, seinem Blut oder der Brühe, in der sein Fleisch gekocht wurde, lindernde Wirkung bei Asthma zu.

Karl Wilhelm Beichert

Sind Raben todesboten?

Tiere Seit Jahrhunderten gelten Raben und Krähen als Boten des Todes und des Bösen. Dass sie Aas fressen förderte ihren Ruf nicht, obwohl sie dadurch großen Nutzen bei der Verhinderung von Krankheiten haben. Erst die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts rückte das Bild der Rabenvögel wieder in die richtige Perspektive.4. Warum Versammeln Sich Krähen Abends Andreas Kleewein von BirdLife Er hängt mit dem Aufkommen des Christentums und dem Verschwinden der heidnischen Naturreligionen zusammen. Denn noch bei den alten Griechen galten Raben als Zeichen der Weisheit: „Die Göttin Athene hat den Raben als ihr Tier auserkoren. Erst mit dem Niedergang der Naturreligionen, spätestens ab dem Mittelalter, wurde der Rabe plötzlich zum negativ behafteten Tier.” Warum Versammeln Sich Krähen Abends Auf Burg Rabenstein stand ein Galgen

Warum fliegen Krähen im Kreis?

Darum kreisten sie lange Zeit, um sich neu zu orientieren und für ein neues Ziel zu entscheiden. Das sei für die Saatkrähen aber nur ein kurzfristiges Problem: „Wenn es sein muss, kratzen sie auch Schnee weg, um an Futter zu gelangen.

Was mögen Krähen nicht?

9 Methoden, um Krähen im Garten zu vertreiben –

Keine Futterquellen bieten! Ein angelegter Kompost, gepflanztes Gemüse oder Obst sowie Futterstationen für Singvögel und Kleinnagetiere sollte man schützen und abdecken.Mülltonnen immer verschließen. Ansonsten machen sich die Krähen am Abfall zu schaffen und hinterlassen dabei oft ein Chaos.Bäume und Sträucher mit Vogelschutznetz schützen. Wichtig ist, dass die Netze locker anliegen, damit Singvögel weiterhin an Raupen und Insekten gelangen.Fallobst umgehend aufsammeln und sicher verwahren.Etwaige Futterstellen so gestalten, dass sie zu klein für Krähen sind.Das Gleiche gilt für Nistkästen, um Jungtiere zu schützen – Zugangslöcher sollten nur so groß wie nötig sein.Da Krähen Licht mögen, sollte man es nachts nicht brennen lassen.Sie reagieren außerdem empfindlich auf sich bewegende und glänzende Objekte, was man sich beim Vertreiben von Krähen zunutze machen kann. Einfach ein paar CDs oder Folien in den Bäumen aufhängen.Krähen scheuen auch laute, wiederkehrende Geräusche. Man kann sie daher beispielsweise mit Schlägen auf einen Topf vertreiben – aber Achtung, das kann auf Dauer nicht nur die Krähen, sondern auch die Nachbarn belästigen.

Viele stellen Krähen-Attrappen auf in der Hoffnung, die Vögel damit abwehren zu können. Doch die sind wie gesagt sehr intelligent und erkennen den Schwindel. Besser ist, eine falsche Krähe mit ausgebreiteten Flügen kopfüber aufzuhängen. Sie signalisiert tote Artgenossen, was andere Krähe wiederum vertreibt. Auch interessant: Harmlos und effektiv! 2 Methoden, um Tauben zu vertreiben

Was bedeutet es wenn eine Krähe ans Fenster klopft?

Spiegelfechter | Schweizerische Vogelwarte Die Vögel halten ihr Spiegelbild für einen fremden Artgenossen, der attackiert und vertrieben werden muss. Wenn bei Ihnen eine Krähe andauernd ans Fenster klopft, handelt es sich nicht um einen Vogel, der ins Zimmer will, sondern um einen «Spiegelfechter».

  1. Zu diesem eigenartigen Verhalten kommt es aus folgendem Grund: Viele Vogelarten besetzen zur Brutzeit ein Revier.
  2. Damit sichern sie sich die Nahrungsgrundlage für die Aufzucht ihrer Jungen.
  3. Dringt ein fremder Artgenosse ins Revier ein, wird er bedroht, angegriffen und möglichst vertrieben.
  4. Manchmal entdecken nun Vögel auf Fensterscheiben oder in Autorückspiegeln ihr Spiegelbild oder wenigstens Umrisse davon.

Meistens handelt es sich um Vogelarten, die um Häuser herum leben wie,, oder, Die Vögel halten ihr Spiegelbild für einen fremden Artgenossen, der attackiert und vertrieben werden muss. Nur mit dem Vertreiben ist dies bei einem Spiegelbild so eine Sache!

Was bedeuten Krähen im Garten?

Krähen vertreiben – Umgebung anpassen – Vor allem, wenn sich Krähen regelmäßig in Ihrem Garten niederlassen, ist dies ein Zeichen, dass die Umgebung den Tieren Vorteile bietet, die Sie abstellen sollten. Diese Dinge sollten Sie beachten.

Wo ist der Unterschied zwischen Krähen und Raben?

Der Unterschied zwischen Rabe und Krähe – ©  CB-Fotografie / stock.adobe.com Die Rabenkrähe ist kleiner als ein Rabe und hat einen schmaleren Schnabel. Zur Spezies der Rabenvögel gehören 120 lebende Arten. Krähen, Raben, Elstern, Häher und Dohlen zählen allesamt zu den Rabenvögeln. Die größten unter ihnen sind Raben und Krähen.

Der größte Rabenvogel ist der Kolkrabe, der eine Körperlänge von 50 bis 60 cm und mit bis zu 130 cm eine größere Flügelspannweite als ein Mäusebussard haben kann. Krähen sind dagegen kleiner. Trotzdem ist es nicht ganz einfach Rabe und vor allem Rabenkrähe auseinander zu halten. Ein Unterscheidungsmerkmal ist der Schnabel, der bei Raben etwas kräftiger und gebogen ist.

Aber auch die Rabenkrähe hat einen schwarzen Schnabel, aber er ist schmaler. Die Saatkrähe dagegen hat einen langen, spitzen und hellgrau gefärbten Schnabel. Sieht man einen Rabenvogel in der Stadt oder im Siedlungsgebiet, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Rabenkrähe handelt.

Was bedeutet es wenn man viele Raben sieht?

Galgenvögel – Das schlechte Image von Rabenvögeln rührt vor allem von ihrer Neigung, Aas zu fressen. Dabei unterscheiden sie naturgemäß nicht zwischen Mensch und Tier. Nach einer Schlacht mit vielen Toten war der Tisch natürlich reich gedeckt. Auch war es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich am Fleisch gehenkter Zeitgenossen gütlich taten, was ihnen das geflügelte Wort vom “Galgenvogel” eingetragen hat.

  1. Mit dem Aufkommen des Christentums und dem Rückgang der Naturreligionen veränderte sich das Ansehen der Vögel stark.
  2. Das Auftauchen großer Schwärme galt bald als Vorbote von Tod, Unheil und Pestilenz,
  3. Die Welt der Tiere wurde in zwei Gruppen eingeteilt: in die Kreaturen, die dem Menschen nützlich waren, und jene, die ihm schadeten.

Schnell zählten Rabenvögel zu den Schädlingen. Im Mittelalter galten sie als Begleiter von Hexen, Der Aberglaube war so stark, dass eine Frau schon als Hexe verteufelt wurde, wenn ihr eine Krähe zu nahe gekommen war. Noch schlimmer traf es die Elster, die gar selbst als verwandelte Hexe angesehen wurde.

Wo halten sich Krähen nachts auf?

Beobachten, ohne zu stören – Schlafplatzbeobachtungen sind im Winter mitten in der Stadt möglich. Man braucht nur etwas Zeit am Spätnachmittag, offene Augen, ein Fernglas und warme Kleidung. Am Abendhimmel kreisende Krähenschwärme weisen den Weg. Viele Schlafplätze lassen sich gut aus der Distanz einsehen.

Störungen ruhender Tiere sind verboten und vermeidbar – oder lassen Sie sich gerne bei Frost aus dem Bett jagen? Das faszinierende Naturschauspiel beginnt weit ab vom Krähenschlafplatz. Auf Feldern, Müllkippen und anderen Nahrungsplätzen scharen sich nachmittags die ersten Trupps. Sie bilden größere Schwärme und brechen vor Sonnenuntergang zum Schlafplatz auf.

Im Dämmerlicht treffen dort aus allen Himmelsrichtungen Schwärme ein. Vom Himmel schweben sie herab, um mit anwesenden Vögeln zu kreisen und sich dann niederzulassen. Elstern sind fast alle vor Sonnenuntergang da, Saatkrähen kommen oft so spät, dass sich ihre schwarzen Silhouetten kaum mehr gegen den Nachthimmel abheben.

  1. Zehntausende Saatkrähen treffen sich manchmal an einem, über Jahre traditionellen Schlafplatz.
  2. Im Schwarm herrscht eine soziale Struktur: Dominante Vögel bekommen die geschützteren Plätze.
  3. Strommasten und Leitungstrassen sind wahre Kristallisationspunkte für die Krähen.
  4. Erst sitzen nur wenige Vögel auf den Drähten, dann folgen immer mehr.

Häufig fliegt die Schar auf, kreist krächzend und lässt sich erneut nieder. Diese Prozedur zieht sich oft bis in die Dunkelheit. Mit ihrer Hilfe wird die “Schwarm-Stimmung” übertragen, die die Masse von Individuen synchronisiert und koordiniert. Morgens verlassen die Vögel mit Sonnenaufgang den Schutz der Vegetation, setzen sich in die Baumkronen und starten truppweise zur Nahrungssuche in die Umgebung.

Im Frühling ziehen die Saatkrähen in ihre Brutgebiete zurück und bei Standvögeln wie Elstern erwachen Bruttrieb und Territorialität. Ab März verkleinern sich die Schlafgemeinschaften und lösen sich im April oft ganz auf. Nur Nichtbrüter bevölkern auch im Sommer Schlafplätze während die Brutpartner paarweise in ihrem Revier nächtigen.

Trotz der Unbeliebtheit vieler Schlafplatz-Arten sind die allabendlichen Treffen ein atemberaubendes Naturereignis und Ausdruck des Sozialverhaltens der Vögel. Probleme treten auf, wenn sich Anwohner gestört fühlen. Die Kakophonie aus tausend Kehlen und Kotkleckse führen zu Klagen und Verfolgungsforderungen, um die ungebetenen Nachbarn los zu werden.

Wo sind Krähen in der Nacht?

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Erstellt: 21.02.2011 Aktualisiert: 21.01.2020, 13:42 Uhr Kommentare Teilen Mit der Dämmerung kommen die Krähen: Bis zu 10.000 Saat- und Rabenkrähen sowie Dohlen fliegen im Winter abends zu ihren Schlafplätzen rund um die Mainbrücke zwischen Rüsselsheim und Flörsheim.

  • Dass die Rabenvögel im Winter am Main nächtigen, hat verschiedene Gründe, erläutert Ornithologe Bernd Petri: So ist die Lage relativ geschützt, und das Wasser des Flusses – ein bis zwei Grad Celsius wärmer als der nahe Rhein – wirkt als eine Art Heizung.
  • Mag dem Menschen der Februar auch empfindlich kühl erscheinen: Im Vergleich zu den Brutgebieten der Saatkrähen, beispielsweise in Russland, ist es hier im Winterquartier der Vögel vergleichsweise mild.

Naturkundlern ist seit langem bekannt, dass der Untermain ein beliebtes Winterquartier für Rabenvögel ist. Nicht nur dem Standort sind die Vögel jahrzehntelang treu geblieben, sondern auch den Routen, auf denen sie die Bäume an der Opelbrücke anfliegen.

Solches Wissen geben die Rabenvögel von Generation an Generation weiter, sagt der Ornithologe. Viele kommen aus Osteuropa Umso wichtiger sei es, bei Bauprojekten bestehende Vogelflugrouten zu beachten. Wenn beispielsweise Bäume gefällt oder Windkraftanlagen errichtet würden, dann müsse der Vogelzug in Betracht gezogen werden.

Die Flugrouten betreffen dabei nicht nur die Wanderung zwischen Brutplatz und Winterquartier, sondern auch das tägliche Pendeln zwischen Futter- und Schlafplatz. Denn die meisten der mehreren tausend Krähen, die derzeit an der Opelbrücke überwintern, sind echte Berufspendler: Wenn der Tag anbricht, machen sie sich auf den Weg zur Futtersuche, der durchaus 20 bis 30 Kilometer weit sein kann.

  1. Nach ihrer Rückkehr von der Futtersuche sitzen die Krähen abends dicht an dicht auf den Stromleitungen über dem Main.
  2. In kleinen Gruppen fliegen sie dann in ihre Schlafbäume, die vor allem in den so genannten Ohren der Zubringerstraßen für die Mainbrücke stehen.
  3. Machen die aus Osteuropa stammenden Saatkrähen auch den größten Teil der Rabenvögel aus, die in den kalten Monaten am Main leben, so sind doch auch viele heimische Arten vertreten.

Darunter, sagt Petri, ist mittlerweile auch wieder der König dieser Familie: der Kolkrabe. (eda) Seit Sommer wurden bereits 250 Krähen in Frankfurt Oberrad abgeschossen. Das ist erlaubt. Aber Anwohner und Tierschützer sind entsetzt.

Wann ist Paarungszeit bei Krähen?

Wann ist die Brutzeit der Rabenkrähe? – Die Brutzeit der Rabenkrähe ist recht kurz und reicht von April bis Mai. In dieser Zeit schaffen die Vögel meist nur eine einzige Brut. Das Weibchen bebrütet die Eier etwa 20 Tage lang und wird in dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt und gegen Eindringlinge verteidigt.

Wie kommuniziert man mit Krähen?

Raben zählen zu den Intelligenzbestien im Tierreich. Jetzt haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass die schlauen Vögel ganz ähnliche Kommunikationsstrategien verwenden wie der Mensch. Raben benutzen ihre Schnäbel, um Gegenstände hochzuhalten und Artgenossen zu zeigen. (Foto: dpa) Düsseldorf Raben verwenden zur Kommunikation ähnliche Gesten wie Kleinkinder, um Artgenossen auf sich aufmerksam zu machen. Die Vögel benutzen ihre Schnäbel als Hände, um einander Gegenstände zu zeigen.

Über entsprechende Untersuchungen berichten Simone Pika vom Max Planck Institut für Ornithologie in Seewiesen und Thomas Bugnyar von der Universität Wien aktuell in der Fachzeitschrift Nature Communications. Die Wissenschaftler untersuchten zwei Jahre lang das Verhalten von individuell markierten Vögeln einer wilden Rabenkolonie im Cumberland Wildpark in Grünau, Österreich.

Sie beobachteten, dass Raben ihre Schnäbel ähnlich wie Hände einsetzen, um Objekte wie zum Beispiel Moos, kleine Steine oder Zweige hochzuhalten und einander zu zeigen. Diese Verhaltensweisen waren vorwiegend an Individuen des anderen Geschlechts gerichtet und führten dazu, dass sich die Empfänger des Signals zu den signalisierenden Individuen hin orientierten.

Anschließend interagierten die Raben miteinander, zum Beispiel durch Schnäbeln oder gemeinsames Bearbeiten des Objektes. Hinweisende Gesten gelten beim Menschen als Meilensteine in der Sprachentwicklung. Kinder beginnen schon im Alter von neun bis zwölf Monaten damit, die Aufmerksamkeit von Erwachsenen durch Zeigegesten auf bestimmte Dinge zu lenken.

Solche kindlichen Gesten bilden nach allgemeiner Einschätzung den Auftakt zur Verwendung von Symbolen und gelten als Ausdruck komplexer Intelligenzleistungen. Entsprechend selten wurden vergleichbare Gesten bislang im Tierreich beobachtet. Selbst bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, tritt das Phänomen nur selten auf – etwa bei Schimpansen in Uganda, die mit spezifischen Kratzgesten Artgenossen darauf hinweisen, an welcher Körperstelle sie gelaust werden möchten.

Dass ausgerechnet Raben ein solches Verhalten zeigen, überraschte die Vogelforscher nicht. Rabenvögel, zu denen auch Krähen oder Elstern zählen, schneiden in Intelligenztests oft ähnlich gut ab wie Menschenaffen. Raben im Besonderen zeichnen sich durch eine komplexe paar-spezifische Kommunikation aus.

„Gestenstudien haben sich viel zu lange nur auf Primaten beschränkt”, so Simone Pika. „Das Geheimnis um den Ursprung menschlicher Sprache kann aber nur gelöst werden, wenn wir über den Tellerrand hinausschauen und die Komplexität von Kommunikationssystemen anderer Tiergruppen mit einbeziehen und ergründen.”

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Wie bedanken sich Krähen?

Die kleine Gabi aus Seattle (8) füttert jeden Tag die Krähen der Nachbarschaft. Dafür bringen ihr die Vögel manchmal bunte Geschenke mit.

Warum Versammeln Sich Krähen Abends Knöpfe, Perlen, Schrauben – sogar ein Ohrring ist dabei: Diese Gegenstände, sagt Gabi Mann aus Seattle (8), bringen ihr Krähen mit, als Dank dafür, Quelle: Katy Sewall Warum Versammeln Sich Krähen Abends, dass sie die Vögel jeden Tag füttert. Quelle: Lisa Mann Warum Versammeln Sich Krähen Abends Wenn das Mädchen in den Garten kommt, warten die Krähen schon auf den Stromleitungen. Quelle: Lisa Mann Warum Versammeln Sich Krähen Abends Die Krähen picken die Nüsse von der Futterstelle, und dann hinterlassen sie manchmal ein Geschenk. Quelle: Lisa Mann Warum Versammeln Sich Krähen Abends Gabi bewahrt die Mitbringsel ordentlich beschriftet in ihrer Schatzkiste auf. Quelle: Katy Sewall Warum Versammeln Sich Krähen Abends Die Vögel bringen nicht nur Geschenke: Neulich hat Gabis Mutter den Objektivdeckel ihrer Kamera verloren. Eine Krähe kam damit in den Garten geflogen, wusch den Deckel ab, Quelle: Lisa Mann Warum Versammeln Sich Krähen Abends und platzierte ihn am Rand des Vogelbeckens, erzählt Lisa Mann (rechts neben Gabi). Quelle: Lisa Mann

Welche Vögel bringen Unglück?

Die Vögel im Volksglauben. Von Moritz Busch. Die Schwalbe, ein Glücksvogel. – Der Storch, der Liebling der Familie. – Der Kukuk als Prophet. – Der Rabe und die Rabensteine. – Die Elster, ein Unglücksvogel, wie Dohle und Eule. – Die Glück bringenden Kreuzschnäbel, Rothschwänzchen u.A.

– Die Nachtigall, eine verwünschte Schäferin. Unsere Freunde, die Sommervögel, sind nun vollzählig wieder da. Einer nach dem andern stellten sie sich ein, wie eine nach der andern die Blumen aufblühten. Die Schwalbe baut unterm Thorbogen und an das Fenstergewände ihr Nest, und auf dem Dachfirste klappert ein ernstes Storchenpaar.

In den Wipfeln und Hecken der Gärten zirpt und zwitschert vergnügtes kleines Federvolk in bunten Kleidern. Stieglitze und Zeisige, Hänflinge und Meisen, Rothkehlchen und Rothschwänzchen, Drosseln und Laubsänger lassen sich hören. Die Amsel flötet; die Wachtel schlägt ihr „Pickerwick” im Getreidefelde; aus tausend Kehlen wirbelt über der grünen Saat das Geschlecht der Lerchen den Preis des Frühlings in den blauen Himmel hinein.

  • Im Schilfe am See ertönt das dumpfe Brüllen der Rohrdommeln.
  • Die einsame Haide ist belebt von Stimmen.
  • Auch das Orchester des Waldes ist nun vollständig besetzt.
  • Durch alle Zweige huscht die Farbenpracht seines Gefieders.
  • Liebe und Sehnsucht, Freude an der Morgensonne, hundert andere Empfindungen bilden trillernd, schmetternd, langtönend von allen Schattenplätzen her das Concert der erwachten Natur.

An den Säumen und Lichtungen des Waldes lassen Edelfink, Grasmücke und Nachtigall, die Meistersänger der Thierwelt, uns ihren Strophen lauschen. Weiter drinn erfüllt die wilde Taube mit ihrem Girren und Rucksen das dämmernde Dickicht. Der Specht weckt mit schallendem Hämmern den Widerhall zwischen den hohen Stämmen, und aus fernen geheimnißvollen Gründen und Breiten trifft unser Ohr der tiefe Ruf des Kukuks und die helle Stimme des Pirols.

Mit dem grauenden Tage beginnt die Musik, nur in den Mittagsstunden wird es still, sodaß auch das niedere Volk der Kerbthiere zu Worte kommt, das nun in der Schwüle sein schwermüthig stimmendes Summen wie das Murmeln eines fernen Meeres vernehmen läßt, bis die sinkende Sonne die Vögel auf’s Neue zum Gesange anregt.

Daß dies Alles sehr artig und anmuthig ist, daß es auf das Gemüth, dem nicht alle Thüren zum Naturgenuß verschlossen sind, einen tiefwirkenden Zauber ausübt, sehen wir auch an dem sogenannten geringen Manne und bei ihm vielleicht am meisten, namentlich, wo Wohnort und Beruf ihn viel in Wald und Feld verkehren lassen.

Wer hätte nicht von dem feinen Gehöre des thüringer Waldbewohners und des Harzers gehört, das im Schlage des Finken gegen zwanzig Nüancen unterscheidet und auch anderer vornehmer und gemeiner Vögel Sprache und Musik versteht? Und wer kennt nicht die Rolle, welche die Vogelwelt in unseren Volks liedern spielt? Weniger an diese Anmuth der Gestalt, der Farbe und Stimme denkt der Volks glaube in Betreff der Vögel, der wie aller Volksglaube im Wesentlichen der neben dem modernen Denken und Empfinden hergehende Nachhall altheidnischer Vorstellungen ist und in einer Anzahl von gefiederten Geschöpfen nicht sowohl schöne als heilige Thiere erblickt.

Warum sie heilig sind, weiß er in der Regel nicht. Die Wissenschaft aber weiß es: sie sagt uns, daß sie einst zu den Göttern unserer Urväter in Beziehung standen. Damit wird sich das Meiste erklären, was ich im Folgenden zu einem Gesammtbilde zusammengestellt habe.

Ich beginne mit den Schwalben, über welche das Volk in ganz Deutschland einig ist, daß sie heilige Vögel sind, die Glück bedeuten und nicht beleidigt oder gar umgebracht werden dürfen. Die Schwalben, wegen ihrer rothen Brust einst wahrscheinlich dem rothbärtigen Gewittergotte Donar heilig, haben nach dem Volksglauben allerlei wunderbare Eigenschaften.

In Schwaben heißen sie „Herrgottsvögel”, in Tirol, wo man im Oberinnthal sagt, sie hätten Gott Vater den Himmel bauen geholfen, und ebenso in einigen Strichen Schlesiens „Muttergottesvögel”. Bei Meran ist ihr Erscheinen und Verschwinden durch die Feste der heiligen Jungfrau bestimmt: Sie kommen an Mariä Verkündigung und gehen an Mariä Geburt.

Allenthalben herrscht die Meinung, daß das Haus, in welchem sie nisten, gesegnet und vor Unheil geschützt ist. Im Oberinnthale heißt es: Wo Schwalben sich anbauen, giebt es keinen Unfrieden; im Oetzthale: Die Anwesenheit von Schwalben macht ein Dorf reich, und mit ihnen verläßt der Segen das Haus. Im Vinschgau und ebenso in ganz Schwaben und Westphalen glaubt man, daß da, wo sie ihr Nest haben, der Blitz nicht einschlage, zu Crombach bei Olpe, daß ein solches Haus überhaupt vor Feuersgefahr sicher sei.

Um diesen Glücksvögeln den Eingang nicht zu verwehren, lassen in anderen westphälischen Gegenden manche Leute im Sommer Tag und Nacht die Fenster offen. Früher ging in diesen Landstrichen an den Tagen, wo man ihre Wiederkehr erwartete, die ganze Hausgenossenschaft, den Familienvater an der Spitze, ihnen entgegen bis an das Heck, das heißt das Thor des Gehöftes.

Festlich wurde ihnen die Scheune geöffnet. Die Schwalbe kümmere sich, so meinte man, um die Wirthschaft; sie fliege bei ihrer Ankunft durch Diele und Scheune und gucke in alle Ecken und Winkel. Finde sie Unordnung und zu geringe Vorräthe, so schelte sie: „To Joar, ar ik fut genk, Wören alle Skoppen un Skiuren vull; Nu, ar ik weer kam, Is Alles verquickelt, verquackelt, verheert un verteehrt.” Das heißt: „Vorm Jahre, als ich fortging, waren alle Schuppen und Scheuern voll; jetzt, wo ich wiederkomme, ist Alles verlottert, verzettelt, verheert und verzehrt.” In der Neumark muß man sich, wenn man die erste Schwalbe sieht, sogleich waschen, denn wer das unterläßt, dem verbrennt die Sonne das Gesicht.

In Tirol soll man beim Anblick der ersten Schwalbe sogleich stehen bleiben und mit einem Messer unter dem linken Fuße die Erde aufgraben; man wird dann eine Kohle finden, die das kalte Fieber vertreibt. Ebendaselbst heißt es, daß die Schwalben, wenn sie sieben Jahre in einem und demselben Neste gebrütet haben, darin ein Steinchen zurücklassen, welches große Heilkraft, vorzüglich bei Augenübeln, besitze.

Im Eggethale sind zwei Bauern, die einen solchen Stein haben. Er soll von wunderbarer Schönheit sein. Im Unterinnthal verschafft man sich die Springwurzel, die alle Schlösser und Riegel öffnet, dadurch, daß man ein Schwalbennest mit starken Fäden umwickelt und so den Eingang verschließt. Dann kommt die alte Schwalbe mit jener Wurzel, macht das Nest damit auf und läßt sie darauf fallen.

Nur im Lippeschen scheint der Glaube zu herrschen, daß man da, wo Schwalben nisten, keine Kälber groß ziehen könne, und nur in westphälischen Dörfern kommt die Meinung vor, daß eine Kuh, wenn eine Schwalbe unter ihr weggeflogen sei, Blut statt Milch gebe.

  • Sonst gilt die Schwalbe allgemein für glückbedeutend, ihr Fernbleiben für gefährlich und ihre Verletzung oder Störung für Frevel, der sich rächt.
  • Im Pusterthal, bei Bühl in Schwaben sowie im Lechrain hat der, welcher eine Schwalbe tödtet, Unglück mit seinem Viehe, namentlich geben ihm dann die Kühe rothe Milch.

Zu Nauders in Tirol stirbt dem Frevler Vater oder Mutter; in dem benachbarten Telfs „theilt sich bei solcher Unthat der Himmel”, das heißt es blitzt; im Oberinnthal folgt als Strafe, daß das Haus des Thäters binnen Kurzem niederbrennt. Zu Sarsans in Tirol sowie im Oetzthale kostet das Zerstören oder Ausnehmen eines Schwalbennestes die beste Kuh im Stalle.

  1. Ferner sind die Schwalben auch prophetische Vögel.
  2. In gewissen Strichen Westphalens muß man, sobald man die erste im Jahre kommen sieht, unter seinen Füßen nachsuchen, ob da ein Haar liegt.
  3. Findet sich eins, so ist es von der Farbe der Haare, welche die zukünftige Frau trägt.
  4. Ziehen im Unterinnthal die Schwalben während des Sommers aus einem Hause, so wird bald Jemand sterben.

Wieder allgemein ist die (vielleicht richtige) Ansicht, daß Hochfliegen der Schwalben gutes Wetter, Tieffliegen schlechtes bedeute. Endlich kommt die Schwalbe in einem sympathetischen Zauberspruche des Harzes vor, mit dem Flechten beschworen werden und der folgendermaßen lautet: „De Schwale und de Flechte, De floge wohl ober dat wille Meer; De Schwale, de kam wedder, De Flechte nimmermehr.” Ein sehr alter Aberglaube, der schon im dreizehnten Jahrhunderte aufgezeichnet wurde, ist der, daß die Störche, zu denen wir uns jetzt wenden, nur bei uns in Vogelgestalt leben, in den fernen Gegenden aber, nach denen sie von uns im Herbste wegziehen, Menschen sind, welche alle Jahre sich in Störche verwandeln.

Diese Meinung, schon bei Gervasius von Tilbury zu finden, herrscht noch gegenwärtig in Ostpreußen. Auch in der Nachbarschaft von Uchte in Westphalen hält man die Störche für verwandelte Menschen und erklärt daraus ihr eigenthümliches Wesen. Wenn die Jungen flügge geworden sind, sollen sie hier in der Luft über dem Neste tanzen.

Im Herbst ziehen sie mit den Alten fort, aber im nächsten Frühjahr kommen nur diese wieder. In Schwaben sagt man: wenn der Storch eine Zunge hätte, so würde er reden und dann Land und Leute verrathen, weil er Alles sieht und hört. Wo indeß etwas Besonderes vorgeht, giebt er noch immer ein Zeichen, indem er klappert.

  • Sieht man den Storch zum ersten Male, so wird man, wenn er klappert, in diesem Jahre viel Geschirr zerbrechen, wenn er steht, faul sein, wenn er fliegt, fleißig arbeiten – sagt der Bauer in Mecklenburg und Hannover.
  • In der Altmark aber bedeutet dann der fliegende Storch einem Mädchen, daß sie bald heirathen, der stehende, daß sie nächstens Gevatter stehen wird.

In Niedersachsen heißt es, wenn man beim Anblick des ersten Storches Geld in der Tasche hat, so hat man dessen das ganze Jahr über. Allgemeiner Kinderglaube ist, daß der Storch die kleinen Brüder und Schwestern bringe. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg rufen daher die Knaben ihm, wenn er über sie hinfliegt, zu: „Attebar, Du goder, Bring mi en lüttjen Broder, Attebar, Du bester, Bring mi ‘ne lüttje Söster.” In Schlesien meint man, wenn ein Storch über das Haus fliege, so gebe es darin bald ein Kind, und auf der Insel Rügen ist man der Ansicht, daß, wenn die Störche keine Eier legen, in dem Hause, auf dem sie nisten, keine Kinder geboren werden, und daß, wenn die jungen Störche sterben, auch die kleinen Kinder in dem Hause unter ihnen nicht am Leben bleiben.

Auch der Storch ist unverletzlich, und auch er schützt das Haus, auf dem er sich ansiedelt, vor Wetterschlag – ein im Norden wie im Süden verbreiteter Glaube. Wer sein Nest zerstört oder ihn selbst tödtet, hat den Blitz zu fürchten – sagt man in Schwaben, und auf Rügen darf man auf ihn nicht schießen; denn wenn er angeschossen ist, so weint er große Thränen, von denen jede ein Vorzeichen großen Unglücks ist.

Auf eine Beziehung zur Ehe weist ferner hin, daß man in Westphalen glaubt, der Storch verlasse das Dach, unter dem Unfrieden herrsche, und daß man in Schwaben wissen will, wenn die Störche sich im Herbste versammelten, um fortzuziehen, und unter ihnen sich ein „Ungrader” befinde, d.h.

  • Ein Männchen oder Weibchen, das sich nicht paaren könne, so werde es von den Uebrigen todtgehackt.
  • Ebenfalls hierher gehört der westphälische Aberglaube, nach welchem der Storch, der „unpaare” Brut im Neste habe, eines davon für den Teufel herauswerfe.
  • Naiv und komisch ist die im Oldenburgischen hier und da zu hörende Meinung, die herbstlichen Versammlungen der Störche seien Zusammenkünfte der Freimaurer, wobei mitunter auch einer todtgebissen würde.

Wo man dem Storch ein Nest macht, was häufig durch Aufstecken eines alten Wagenrades, in dessen Speichen man Zweige flicht, bewerkstelligt wird, wirft er nach norddeutschem und schwäbischem Volksglauben das erste Jahr zum Danke eine Feder, das zweite ein Ei und das dritte einen jungen Storch herab.

  1. Der Kukuk, der ebenfalls zu den Göttervögeln des deutschen Heidenthums gehörte, indem er zu Donar und Freia in naher Beziehung stand, gilt allenthalben als Prophet.
  2. Wenn er nach Johanni ruft, so giebt es nach der Meinung der tiroler Landleute Mißwachs oder einen kalten Winter.
  3. Schreit er auf einem Hause, so steht darin ein Todesfall oder sonst ein Unglück nahe bevor.

In ganz Nord- und Mitteldeutschland und ebenso in Tirol und Schwaben geht die Rede, daß er Einem, wenn man ihn zum ersten Male im Jahre rufen höre, die Frage beantwortet könne, wie lange man noch lebe. Man zählt nach getaner Frage nach, wie oft er schreit, und so viel Rufe man vernimmt, so viel Jahre hat man noch zu erwarten.

  • Fast ebenso allgemein glaubt man, wer beim Hören des ersten Kukuksrufes Geld in der Tasche habe, dem könne es im ganzen Jahre nicht daran fehlen; doch muß man in der Neumark, in dem westphälischen Büren und in Schwaben dabei mithelfen, indem man mit dem Gelde klimpert oder es umdreht.
  • In Nord- und Mitteldeutschland endlich giebt der Kukuk den Mädchen und Burschen auf ihre Frage an, wie viel Jahre sie noch ledig bleiben.

Der Tag, an dem man in Westphalen den weissagenden Waldvogel zum ersten Male auf eigenem Grunde und Boden rufen hörte, war früher ein festlicher. Wer den ersten Kukuksruf melden konnte, bekam ein Ei, das er sich briet. Er begrüßte die ihm Begegnenden nicht Mit „Guten Tag!” sondern mit den Worten „Der Kukuk hat gerufen.” Bei Hilchenbach in Westphalen wälzte sich der Glückliche im Grase; dann that ihm das ganze Jahr der Rücken nicht weh.

Eigenthümlich ist die zu Pill in Tirol herrschende Meinung, daß der Kukuk von „Brandelen”, das heißt Rothschwänzchen, ausgebrütet werde, dann ein Jahr lang Kukuk, darauf ein zweites Stoßgeier sei, als welcher er seine Stiefbrüder fresse, und endlich im dritten ein Hennengeier werde. Ungemein viel Aberglauben knüpft sich ferner an die Raben, die Vögel des Göttervaters Wuotan.

Wenn sie in Schwaben in der Luft gegen einander fliegen, so bedeutet das Krieg. Kreisen sie im Oetzthale über einer gewissen Stelle auf der Alm und fahren sie dann plötzlich zu Boden, so geht dort binnen drei Tagen ein Stück Vieh zu Grunde. Allgemein ist der Glaube, daß ihr Krächzen vor oder auf einem Hause einen in demselben zu erwartenden Todesfall anzeige.

Die Raben sind die klügsten Vögel; „sie riechen das Pulver in der Flinte” – sagt man in Tirol. Zu Derendingen in Schwaben weiß man, daß, wenn man Rabeneier ausnimmt, kocht und dann wieder in ihr Nest legt, der alte Rabe eine Wurzel herzubringt, die man sich holen und stets bei sich tragen muß, indem man dann bei allen Käufen und Verkäufen Glück hat.

In Tirol herrscht ein ähnlicher Glaube. Nur holt der alte Rabe, wenn er die gekochten Eier findet, aus dem Meere einen Stein, der unsichtbar macht. In dem tirolischen Nonsberg weiß man mehr von diesen Rabensteinen, die sich beiläufig auch in den Nestern von Elstern und Gratschen (Hähern) finden sollen, zu erzählen.

  • Dieselben machen hier nicht blos unsichtbar, sondern verleihen, auf der bloßen Haut des rechten Armes getragen, Glück in allen Dingen.
  • Wer einen solchen suchen will, muß wissen, daß er in gewissen Nestern liegt.
  • Diese aber kann man nur vermittelst eines Spiegels finden, da der Stein Alles, was in seiner unmittelbaren Nähe ist, für den direct darauf gerichteten Blick unsichtbar macht.
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In Neuvorpommern und auf Rügen ist das Verfahren ein anderes. Wer einen Rabenstein haben will und ein Rabennest weiß, dessen ältere Bewohner bereits hundert Jahre alt sind, der muß hinaufsteigen und einen der jungen Raben tödten, der aber ein Männchen sein muß und nicht über sechs Wochen alt sein darf.

  1. Nun steigt man von dem betreffenden Baume herab, merkt sich aber dessen Stelle.
  2. Denn gleich darauf kommt der alte Rabe zurück und legt den kostbaren Stein in den Schnabel seines Söhnchens, worauf Baum und Nest sofort unsichtbar werden.
  3. Darauf fühlt man nach dem Baume, steigt wieder nach dem Horste des Rabenpaares hinauf und holt sich den Stein.

Auf Rügen glaubt man, daß ein solcher Erwerb nur mit Hülfe des Teufels gelinge, dem der Betreffende dafür seine Seele versprechen müsse. Schwäbischer Bauernglaube ist, daß die jungen Raben die ersten neun Tage hindurch nur vom Thau des Himmels leben. Weil sie nämlich nackt und hell sind, so meinen die Alten, es sei nicht ihre Nachkommenschaft, und bringen ihnen kein Futter.

  • Doch sehen sie bisweilen nach dem Neste, und bekommen die Jungen am zehnten Tage schwarzen Flaum an der Brust, so holen sie ihnen das erste Aas.
  • Eine ähnliche Stellung wie der Rabe nimmt im Volksglauben mancher Gegenden die Elster ein, die in enger Beziehung zu verschiedenem Zauberwerke steht.
  • Sie ist ein Unglücksvogel.

Zwar sagt man in Schlesien, wenn sie recht munter „schackere”, das heißt schwatze, so habe man liebe Gäste zu erwarten, sonst aber weiß ihr „Schackschackerack” nur Unangenehmes zu prophezeien. Wenn in Tirol Elstern um ein Dorf schreien, so hat dasselbe Hungersnoth oder große Sterblichkeit zu erwarten.

Fliegen sie um ein Haus, so giebt es darin Unfrieden oder einen Unglücksfall oder auch unwillkommenen Besuch. In Westpreußen und Hessen giebt es in dem Hause, vor welchem eine Elster schreit, an demselben Tage noch Zank und Streit, und in der Wetterau bedeutet der Flug eines solchen Vogels quer über ein Dorf, daß man hier bald einen Leichenzug sehen wird.

Wenn neun Elstern beisammen sind, sagt man im Lechthal, so ist unfehlbar eine Hexe darunter. Wer zu Münster im untern Innthale eine Suppe ißt, in der man eine Elster gesotten hat, der wird irre. In der Mark dürfen Elstern nicht geschossen werden, weil das Unglück bringt.

  • Dasselbe gilt in der Wetterau von den Bachstelzen, die in Tirol sich gern bei Kühen aufhalten, „weil sie früher Kühe waren”.
  • Andere Unglücksvögel sind die Dohlen, die, wenn sie in Schaaren ziehen, in Tirol Sturm, in der Wetterau Krieg verkünden, die Eule, die allenthalben durch Krächzen in der Nähe eines Hauses einen Sterbefall anzeigt, und in der Mark, Schlesien und Oesterreich der Hahn, wenn er in ein Haus hineinkräht.

Auch eine krähende Henne bedeutet Unglück; doch kann man dasselbe abwenden, wenn man ihr sofort den Hals umdreht. Wenn ein Hahn sieben Jahre alt ist, legt er ein Ei, aus dem ein Drache entsteht – heißt es in Tirol. Ebendaselbst verheißt es Glück, wenn Einem bei Geschäftsgängen ein weißer Hahn begegnet.

  1. Träumt Einem aber von weißen Hennen, so stirbt bald ein guter Freund.
  2. Glücksvögel sind wieder der Kreuzschnabel und das Rothschwänzchen, jener vermuthlich, weil sein Schnabel die Rune Donars bildete, die später als Kreuz aufgefaßt wurde, dieses aus ähnlichem Grunde wie die rothbrüstige Schwalbe, das heißt als Donarsvogel.

Der Kreuzschnabel hält im Harze den Blitz von dem Hause fern, in dem er wohnt. In Tirol heißt es, wenn in einem Hause eine Krankheit ausbreche, so fahre sie in diesen Vogel; er schütze ferner die Bewohner desselben vor „bösen Leuten”, das heißt vor Hexen, und das Wasser, in dem er sich gebadet, sei gut gegen die Gicht.

  • Die Rothschwänzchen sind wie die Schwalbe und der Kreuzschnabel ein Schutz vor dem Wetterstrahle, der andererseits Dem in’s Haus fährt, welcher sie tödtet oder ihnen die Jungen aus dem Neste holt.
  • Im Zillerthale wird ein solcher von der Epilepsie befallen; im Oberinnthale giebt alles Vieh des Mörders oder Räubers rothe Milch, und sogar das Wasser in seinem Hause nimmt eine Blutfarbe an; in anderen tirolischen Thälern verliert er die beste Kuh im Stalle; wieder anderswo sagt man, so viele Rothschwänzchen man aus einem Neste nehme, so viele Verwandten stürben Einem in den nächsten zwölf Monaten.

An einigen Orten in Tirol haben diese Vögel indeß nicht die Rolle von glückbringenden oder schützenden Vögeln; denn in Absam sagt man: wo „Brandelen” nisten, schlägt der Blitz ein, und in Schwaz heißt es, in dem Hause, über das ein Rothschwänzchen fliege, sterbe bald Jemand von der Familie.

Der Wiedehopf, „des Kukuks Knecht”, liefert in Tirol ein Zaubermittel. Wer Augen von ihm in der Tasche hat, ist bei allen Menschen beliebt und hat vor dem Richter Glück, und wer den Kopf eines solchen Vogels bei sich trägt, kann von Niemand betrogen werden. Auf ein Feld, auf welchem Wachteln nisten, fällt in der Oberlausitz kein Hagelschlag, und in Schlesien, Hessen, Süddeutschland und Tirol begegnen wir der Meinung, daß dieser Vogel auch Prophetengabe besitze.

So viele Male er bei seinem ersten Schlage im Frühjahre ruft, heißt es hier, so viele Jahre bleibt ein Mädchen oder Junggesell noch unverheirathet, oder so viel Gulden oder Thaler wird nach der nächsten Ernte der Scheffel Korn oder Dinkel kosten. Bei Schwaz meint man, wenn ein mit der Fallsucht Behafteter von dem Wasser trinke, in dem ein Gimpel sich gebadet habe, so genese er von seiner Krankheit, und bei Lienz im Innthale herrscht der Glaube, daß in dem Hause, in welchem ein solcher Vogel gehalten werde, Niemand den Rothlauf bekomme.

  • Im Unterinnthale haben auch die Zeisige in ihren Nestern Steine, welche unsichtbar machen, und die man deshalb „Blendsteine” nennt.
  • Auf der Insel Rügen heißt es von der Nachtigall, dieselbe sei eine verwünschte Schäferin, die ihren Liebsten, einen Schäfer, schlecht behandelt habe, da sie ihn ihre und seine Heerde bis tief in die Nacht hinein habe treiben lassen.

Lange schon habe sie ihm versprochen gehabt, seine Frau zu werden, niemals aber Anstalt dazu gemacht, sodaß Jener endlich im Zorne ausgerufen habe, er wünsche, daß sie bis an den jüngsten Tag nicht schlafen könne. So ist’s denn auch – wie die beiläufig nicht aus dem Volksglauben, sondern aus einem Wortspiele entstandene Geschichte weiter berichtet – richtig gekommen: die hartherzige Schäferin kann auch bei Nacht nicht schlafen und singt ihr Klagelied darüber in folgenden Worten: „Is Tid, is Tid, To wit, to wit, Trizi, Trizi, Trizi, To Bucht, to Bucht, to Bucht!” Das heißt: ‘s ist Zeit, ‘s ist Zeit, zu weit, zu weit, Trizi (der Name des Hundes), zur Bucht, zur Bucht, zur Bucht! (der gewöhnliche Schäferruf, wenn der Hund die Schafe im Bogen treiben soll).

Wohin gehen Vögel wenn sie sterben?

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum Sie kaum tote Vögel auf der Straße sehen, obwohl Vögel doch zum gewöhnlichen Stadtbild gehören? Lars Lachmann, Referent für Ornithologie und Vogelschutz beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), kennt die Antwort „Wenn man in der Natur tote Vögel sieht, dann entweder weil sie von einer Katze erbeutet und vielleicht deren Besitzern als Geschenk überbracht wurden.

Oder als Unfallopfer an einer Fensterscheibe, am Straßenrand oder neuerdings auch manchmal unter Windkraftanlagen. Vogelfreunde finden auch manchmal tote Jungvögel beim Reinigen von Nistkästen, die dort zurückgelassen wurden. Aber Vögel, die sozusagen eines,natürlichen Todes‘ sterben, finden wir fast nie.

Dadurch wird der Anteil an Vögeln, die einen der genannten Unfalltode sterben, meist stark überschätzt. In der Tat stirbt der Großteil entweder, indem Vögel von einem größeren Beutegreifer gefressen werden, oder durch Hunger, Erschöpfung oder Krankheit, eher seltener aufgrund hohen Alters.

Geschwächte Vögel ziehen sich an einen Ort zurück, an dem sie sich sicher fühlen, zum Beispiel in dichte Bäume oder ins Gebüsch. Wenn sie gestorben sind, werden sie sehr schnell von Aasfressern beseitigt, zum Beispiel Katzen, Füchsen oder Mäusen. Eine Studie der Uni Heidelberg hat zudem kürzlich gezeigt, dass die meisten dieser Kadaver innerhalb weniger Tage von Insekten wie zum Beispiel Totengräberkäfern beseitigt werden.

Darum sehen wir nur sehr selten tote Vögel.”

Welches Tier steht für verstorbene?

Verhalten : Können Tiere trauern? – Affenmütter, die ihr totes Kind tragen, Krähen, die sich um verblichene Artgenossen scharen. Ist das wirklich Trauer – oder steckt etwas anderes hinter diesem Verhalten? Warum Versammeln Sich Krähen Abends © brittak / Getty Images / iStock (Ausschnitt) Kaeli Swift trägt eine tote präparierte Krähe in den Händen. Die Krähenforscherin läuft an die Stelle, an der sie seit einigen Wochen eine Gruppe Amerikanischer Krähen (Corvus brachyrhynchos) mit Erdnüssen anlockt.

  • Sobald sie sich nähert, wird es laut im Geäst.
  • Die Vögel rufen und krakeelen, sammeln sich im nächsten Baum und beobachten den starren Körper aus gewisser Distanz.
  • Swift ist sich sicher: Sie reagieren auf den toten Artgenossen.
  • Rabenvögel haben einen schlechten Ruf.
  • Als Aasfresser und typischer Wintervogel sind sie Sinnbild für Trauer und Tod.

Einige Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, dass sie den eigenen Toten durchaus nicht gleichgültig gegenüberstehen. Damit stehen Krähen im Tierreich womöglich nicht allein da: Die Hinweise häufen sich, dass wir Menschen mit unseren Totenkulten und unserem Trauerempfinden nicht so einzigartig sind, wie wir bisher vermutet haben.

Warum versammeln sich Vögel?

Faszinierende Schwarmintelligenz – Die größten Schwärme von über einer Million Vögeln gibt es alljährlich in Rom und an anderen Orten in ihren Überwinterungsgebieten. Der dort entstehende Geräuschpegel kann ohrenbetäubend sein. Und auch der Kot der vielen Vögel sorgt hin und wieder für Ärger. Gemeinsam schützen sie sich vor Greifvögeln. – Foto: Günther Assing/www.naturgucker.de Ein Star orientiert sich innerhalb des Schwarms die ganze Zeit an bis zu sieben Vögeln in seiner Umgebung. Zu diesen Vögeln versucht er im Flug die immer gleiche Position einzuhalten.

  • Die synchronen, wellenförmigen Bewegungen der fliegenden Stare wirken fast wie ein eigener, gigantischer und nimmermüder Organismus.
  • Die Schwarmbildung schützt Stare vor Angreifern aus der Luft.
  • Greifvögel als natürliche Feinde des Stars haben es so schwer, einen einzelnen Vogel innerhalb des Schwarms zu fixieren.

Entscheidend zur Abwehr von Beutegreifern ist daher die synchrone Bewegung der Vögel zur Schwarmmitte.

Sind Raben todesboten?

Tiere Seit Jahrhunderten gelten Raben und Krähen als Boten des Todes und des Bösen. Dass sie Aas fressen förderte ihren Ruf nicht, obwohl sie dadurch großen Nutzen bei der Verhinderung von Krankheiten haben. Erst die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts rückte das Bild der Rabenvögel wieder in die richtige Perspektive.4. Warum Versammeln Sich Krähen Abends Andreas Kleewein von BirdLife Er hängt mit dem Aufkommen des Christentums und dem Verschwinden der heidnischen Naturreligionen zusammen. Denn noch bei den alten Griechen galten Raben als Zeichen der Weisheit: „Die Göttin Athene hat den Raben als ihr Tier auserkoren. Erst mit dem Niedergang der Naturreligionen, spätestens ab dem Mittelalter, wurde der Rabe plötzlich zum negativ behafteten Tier.” Warum Versammeln Sich Krähen Abends Auf Burg Rabenstein stand ein Galgen

Warum kreisen die Krähen?

Darum kreisten sie lange Zeit, um sich neu zu orientieren und für ein neues Ziel zu entscheiden. Das sei für die Saatkrähen aber nur ein kurzfristiges Problem: „Wenn es sein muss, kratzen sie auch Schnee weg, um an Futter zu gelangen.

Sind Raben Unglücksboten?

Als Unglücksboten unter Generalverdacht – Tierfreundin Angelika Bornstein pflegt die klugen Rabenvögel, die sich im Kreis wieder vermehrt haben 12.01.2010, 05:00 Uhr Rhein-Sieg-Kreis. In der vereisten Schneelandschaft suchen die schwarzen Gesellen dieser Tage gut sichtbar und laut krächzend nach Futter.

  • Doch anders als etwa bei Meisen und Spatzen hält sich die Sympathie der Menschen für Rabenvögel eher in Grenzen.
  • Selbst während der kalten Jahreszeit.
  • Schlimmer noch: Oft wird dem lange als “Unglücksboten” und “Nesträuber” verunglimpften Tier weiterhin gezielt nachgestellt.
  • Die Erfahrung muss jedenfalls Angelika Bornstein machen.

Die Eitorferin, die für den Sankt Augustiner Verein “Vogelnothilfe” vor allem notleidende Wildvögel betreut, bekommt immer wieder drangsalierte Rabenvögel zur Pflege. Die Verfolgung der Tiere ist für Bornstein ungerecht. Die Rabenvögel Die Familie der Rabenvögel (Corvidae) gehört zur Unterordnung der Singvögel (Passers).

  • Die wiederum zählt zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes).
  • Weltweit kennen Experten 110 Rabenvogelarten, die teils ganz unterschiedlich aussehen und gefärbt sind.
  • Im deutschsprachigen Raum heimisch sind etwa der Eichelhäher, die Elster, die Alpendohle, die Dohle, die Saatkrähe mit den Unterarten Rabenkrähe und Nebelkrähe sowie der Kolkrabe.Es liegt in der Natur der Krähen und Raben als Allesfresser, dass sie oft zur Stelle waren, wenn Gefallene auf dem Schlachtfeld lagen, Hingerichtete am Galgen hingen oder Seuchenopfer bestattet werden mussten.

Kurzum: Wo Tod und Verderben regierten, stellten sich in den vergangenen Jahrhunderten Rabenvögel ein. So kam es wohl auch, dass Krähen, Raben, Elstern, Dohlen und Eichelhäher als “Unglücksboten” galten. Auch die Redewendung der diebischen Elstern bürgerte sich ein.

Und dementsprechend verächtlich wurden die Tiere behandelt. Besonders zugesetzt hatte der Mensch dem Kolkraben, dem größten Singvogel überhaupt. Um 1940 galt das Tier in weiten Teilen Europas als ausgerottet, inzwischen haben sich die Bestände wieder erholt. Auch im Rhein-Sieg-Kreis, so hat die 48 Jahre alte Vogelexpertin Bornstein recherchiert.

Vier Brutpaare hat sie allein in der Umgebung von Eitorf gezählt. Ein vergleichbares Schicksal erlitt die Elster: Ende 1945 fast ausgestorben in hiesigen Breitengraden, gibt es laut Bornstein allein in Deutschland wieder 100 000 Brutpaare. Bornsteins besonderes Faible für die Gattung hängt mit Hucki zusammen.

  1. Einer maladen Elster, die ihre Tochter vor etwa elf Jahren mit nach Hause gebracht hatte.
  2. Hucki wurde nicht nur ausgesprochen zahm, sondern entwickelte auch seinen eigenen Kopf – und versetzte die Familie ob seines raffinierten Vorgehens ein ums andere Mal in Erstaunen.
  3. Nicht nur, dass Hucki mit Vorliebe sein Hab und Gut, bestehend aus Futter und Legosteinen, im Kassettenschacht des Videorekorders deponierte.

Auch hatte das Tier die Angewohnheit, “alles haben zu wollen, was wir benutzten”, erinnert sich Angelika Bornstein. Ihrem Ehemann wäre die Vorliebe fast zum Verhängnis geworden: Vor einem wichtigen Vortrag, festgehalten als Datei auf dem Notebook, schaffte es der Vogel doch tatsächlich, alle Gummihalterungen der Notebook-Tastatur zu verschlucken.

  1. Gott sei Dank hatte Hucki das Gewölle rechtzeitig vor dem Vortrag wieder ausgespuckt, inklusive der Halterungen.
  2. Selbst Zitronentee-Granulat, verstaut in einer Schraubdose, war vor der Elster nicht sicher.
  3. Zwar gibt es Hucki längst nicht mehr.
  4. Wohl aber ließen die Rabenvögel fortan Angelika Bornstein nicht mehr los.

Beeindruckt war sie vor allem von deren Intelligenz. Die Eitorferin verweist auf einschlägige Forschungen: Danach könnten Elstern ihr Spiegelbild erkennen, Krähen Werkzeuge zur Nahrungsbeschaffung bauen und Kolkraben zum Aufbrechen von verendetem Wild Wölfe herbeirufen.

“Allein würde das ein Vogel nämlich nicht schaffen”, sagt Bornstein. Über hundert Rabenvögel, die verletzt oder entkräftet zu ihr kamen, hat die Wildvogelexpertin in den vergangenen Jahren wieder aufgepäppelt. Derzeit sind es sieben Krähen, vier Eichelhäher, drei Elstern und vier Dohlen. Besonders herzig: Eine Elster hat sich in ihrer Voliere ganz offensichtlich in eine Dohle “verguckt”.

Was Angelika Bornstein auffällt bei ihrem Engagement für die Vogelnothilfe: Die Not vieler Rabenvögel rührt immer noch von Menschenhand. So hat sie es häufig mit angeschossenen Tieren zu tun. Der Grund dafür ist, so glaubt sie, dass die Vögel bei Waidmännern unverändert als (Nest-)Räuber von Niederwild wie Rebhühnern geächtet sind.

  • Es ist für Rabenvögel normal, sich auch durch Nestraub zu ernähren, allerdings wird diese Art des Nahrungserwerbs in ihrer Bedeutung überschätzt”, hält sie dagegen.
  • Untersuchungen von Gewölle und Mageninhalt hätten gezeigt, dass diese Art der Ernährung viel seltener ist als es beobachtete Fälle nahelegten.

Außerdem, so sagt sie, “ist die Natur kein Ponyhof: Wer sie erleben will, muss sie auch aushalten können.” Aus ihrer Sicht sind weniger Rabenvögel der Grund für den Rückgang von Hase & Co als eine von Menschenhand vorangetriebene Lebensraumveränderung.